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Die Elektrifizierung verändert die Art und Weise, wie Maschinen entwickelt werden. Immer mehr Geräte lösen sich von Verbrennungsmotoren, rein hydraulischen Systemen oder kabelgebundenen Lösungen. Stattdessen entwickeln Hersteller kompakte, batteriebetriebene Maschinen, die dennoch eine leistungsstarke, stabile und effiziente Performance bieten müssen. Dadurch steigen die Anforderungen an die Motorsteuerung. Bei Anwendungen wie Forstgeräten, Landmaschinen, mobilen Werkzeugen und hydraulischen Pumpsystemen muss die Steuerung mehr leisten, als lediglich einen Motor zu starten und zu stoppen. Sie muss Drehmoment, Drehzahl, Effizienz und Lastwechsel regeln und das in nassen, verschmutzten oder vibrationsintensiven Umgebungen. Genau hier wird die sensorlose Motorsteuerung relevant.
Was ist sensorlose Motorsteuerung?
In vielen elektrischen Antriebssystemen werden Sensoren eingesetzt, um die Position des Rotors zu erfassen. Diese Informationen helfen der Steuerung dabei zu bestimmen, wie der Motor angesteuert werden muss. Die sensorlose Motorsteuerung verfolgt einen anderen Ansatz. Statt auf einen separaten Positionssensor angewiesen zu sein, nutzt die Steuerung elektrische Signale des Motors selbst. Mithilfe fortschrittlicher Algorithmen schätzt sie die Rotorposition und steuert den Motor auf Basis dieser Informationen.
Sensorlose Regelung wird häufig in bürstenlosen Antriebssystemen eingesetzt, bei denen präzises, effizientes und zuverlässiges Motorverhalten erforderlich ist, ohne zusätzliche Sensoren integrieren zu müssen. Für Entwickler liegt der Vorteil auf der Hand: Weniger Sensoren bedeuten häufig weniger Kabel, weniger Steckverbindungen und weniger Komponenten, die innerhalb der Maschine geschützt werden müssen. Das ist besonders wertvoll bei Geräten, die nicht im Labor oder in der Fabrik eingesetzt werden, sondern unter realen Arbeitsbedingungen.
In anspruchsvollen Anwendungen muss jede Komponente ihren Platz im System rechtfertigen. Die sensorlose Steuerung hilft dabei, die Komplexität zu reduzieren und gleichzeitig eine präzise und stabile Motorleistung zu gewährleisten.
Eric Besselink, Hardware Ingenieur Kendrion 3T
Sensorbasierte vs. sensorlose Motorsteuerung: Was ist der Unterschied?
| Thema | Sensorbasierte Motorsteuerung | Sensorlose Motorsteuerung |
| Erfassung der Rotorposition | Verwendet einen separaten Sensor zur Messung der Rotorposition | Schätzt die Rotorposition anhand elektrischer Signale des Motors |
| Systemkomplexität | Benötigt zusätzliche Sensoren, Kabel und Steckverbinder | Kann die Anzahl separater Komponenten reduzieren |
| Integration | Mehr Bauteile müssen in die Maschine integriert und geschützt werden | Unterstützt ein kompakteres Systemdesign |
| Zuverlässigkeit in anspruchsvollen Umgebungen | Sensoren und Steckverbinder benötigen häufig zusätzlichen Schutz | Weniger externe Bauteile können das Ausfallrisiko reduzieren |
| Ideale Einsatzbereiche | Geeignet, wenn eine direkte Rückmeldung der Rotorposition erforderlich ist | Geeignet, wenn eine kompakte, robuste und effiziente Steuerung wichtig ist |
Beide Ansätze haben ihre Berechtigung. Welche Lösung die richtige ist, hängt von den Anforderungen der jeweiligen Anwendung ab. In anspruchsvollen batteriebetriebenen Geräten kann die sensorlose Motorsteuerung besonders vorteilhaft sein, da sie die Systemkomplexität reduziert, die Robustheit erhöht und dennoch eine zuverlässige und stabile Motorleistung ermöglicht.
Warum eine sensorlose Motorsteuerung für batteriebetriebene Geräte wichtig ist
Batteriebetriebene Geräte bringen besondere Herausforderungen mit sich. Die verfügbare Energie ist begrenzt, gleichzeitig erwarten Anwender eine hohe Leistung, schnelle Reaktionszeiten und lange Laufzeiten. Dadurch hat die Motorsteuerung direkten Einfluss auf das gesamte Produkterlebnis. Ist die Steuerung ineffizient, sinkt die Batterielaufzeit. Kann sie dynamische Lasten nicht zuverlässig bewältigen, wird die Leistung instabil. Und fehlt die notwendige Robustheit, steigt das Ausfallrisiko im Feldeinsatz. Deshalb bedeutet Elektrifizierung weit mehr als nur den Austausch der Energiequelle. Sie erfordert auch eine intelligente Steuerung von Energie, Drehmoment und Motorverhalten.
Gerade in der Forst- und Landwirtschaft kann dies einen entscheidenden Unterschied machen. Eine Motorsäge, ein Holzspalter, eine Seilwinde, ein Sprühgerät oder ein batteriebetriebenes Hydrauliksystem arbeitet nicht unter konstanten Bedingungen. Lasten ändern sich. Die Umgebung verändert sich. Der Ladezustand der Batterie schwankt. Die Motorsteuerungsplattform muss darauf vorbereitet sein.
Warum Standard-Controller schnell an ihre Grenzen stoßen können
Ein standardisierter Motorcontroller von der Stange kann für einfache Anwendungen eine gute Wahl sein. In anspruchsvollen Geräten zeigen sich jedoch häufig schnell die Grenzen. Kostengünstige Standard-Controller werden oft für einen breiten Einsatzbereich entwickelt. Dadurch eignen sie sich nicht immer für Anwendungen, die eine spezifische Anpassung, hohe Spitzenleistungen, ein starkes Anlaufverhalten oder eine stabile Regelung bei wechselnden Lasten benötigen. Die entscheidende Frage lautet nicht nur, ob der Motor läuft. Viel wichtiger ist, ob das gesamte System weiterhin zuverlässig funktioniert, wenn sich die Last ändert, der Batteriestand sinkt oder die Umgebungsbedingungen schwieriger werden.
Ein hydraulisches Pumpsystem benötigt beispielsweise oft ein hohes Anlaufdrehmoment und eine stabile Regelung bei variablen Lasten. Ein batteriebetriebenes Werkzeug muss Energie besonders effizient nutzen, um die Laufzeit zu maximieren. Mobile Maschinen benötigen kompakte Elektronik, die sich nahtlos in das Produktdesign integrieren lässt, ohne zusätzliche Integrationsprobleme zu verursachen. In solchen Fällen kann ein fest definierter Standard-Controller zu Kompromissen im Design führen.
Vorteile von VIPER als hocheffiziente Motorsteuerung
VIPER Motor Control wurde von Kendrion 3T speziell für batteriebetriebene Systeme und anspruchsvolle Einsatzumgebungen entwickelt. Die Plattform kombiniert sensorlose Motorsteuerung, fortschrittliche Algorithmen und robuste Hardware in einer anpassbaren Lösung. Einer der größten Vorteile ist die Fähigkeit, hohe dynamische Lasten zu bewältigen. Das ist entscheidend für Anwendungen, die ein starkes Anlaufverhalten, kurzfristige Leistungsreserven oder einen stabilen Betrieb bei wechselnden Lasten benötigen.
Ein weiterer wesentlicher Vorteil ist die Effizienz. Bei batteriebetriebenen Geräten trägt eine effiziente Regelung direkt zu längeren Laufzeiten und höherer Produktivität bei. VIPER wurde für eine besonders effiziente Motorsteuerung entwickelt und ist für batteriebetriebene Systeme von 12 V bis 48 V optimiert.
Auch das robuste Design spielt eine wichtige Rolle. VIPER verwendet vollständig vergossene Hardware mit Schutzart IP54, die die Elektronik vor Staub, Spritzwasser und Vibrationen schützt. Für Geräte im Außeneinsatz ist das kein unwesentliches Detail. Es kann den Unterschied ausmachen zwischen einer Steuerung, die in einer kontrollierten Testumgebung funktioniert und einer, die auch im realen Einsatz zuverlässig arbeitet.
Wo VIPER den Unterschied macht
VIPER ist besonders dort relevant, wo Leistung, Effizienz und Zuverlässigkeit gleichzeitig gefordert werden. In Forst- und Landwirtschaftsanwendungen unterstützt die Plattform die Elektrifizierung von Werkzeugen und Maschinen, die unter rauen Außenbedingungen arbeiten. Dazu zählen beispielsweise Motorsägen, Holzspalter, Seilwinden, Sprühgeräte und batteriebetriebene Hydrauliksysteme.
In hydraulischen Pumpsystemen ermöglicht VIPER eine zuverlässige Motorsteuerung, von Hochdruckanläufen bis hin zum Betrieb unter variierenden Lasten. Bei mobilen Maschinen und batteriebetriebenen Werkzeugen unterstützt die Plattform eine kompakte Integration, effiziente Energienutzung und ein stabiles Motorverhalten. Der gemeinsame Nenner ist einfach: Dies sind keine einfachen Einsatzbedingungen. Sie erfordern eine Motorsteuerung, die auf die Anwendung abgestimmt ist, nicht nur auf den Motor.
Warum Individualisierung wichtig ist
Jede Anwendung hat ihre eigenen Anforderungen. Bauraum, Spannung, Leistung, Lastverhalten, Kommunikationsschnittstellen und Sicherheitsanforderungen unterscheiden sich oft erheblich. Deshalb ist die Anpassungsfähigkeit ein zentraler Bestandteil von VIPER. Die Plattform kann an Produktdesign, Platzverhältnisse und Leistungsanforderungen angepasst werden. Dadurch erhalten Entwickler mehr Freiheit, das optimale System zu entwickeln, anstatt die Grenzen eines generischen Controllers zu akzeptieren.
Für technische Leiter und F&E-Teams bedeutet dies weniger Designkompromisse. Für den Einkauf liefert es zudem eine klare technische Begründung dafür, warum ein günstiger Standard-Controller langfristig nicht immer die beste Wahl ist. Der niedrigste Komponentenpreis bedeutet nicht zwangsläufig die geringsten Systemkosten. Wenn ein Controller Integrationsprobleme verursacht, die Leistung begrenzt oder das Ausfallrisiko erhöht, können die Gesamtkosten deutlich höher ausfallen.
Zuverlässige Leistung beginnt mit der richtigen Steuerungsplattform
Eine sensorlose Motorsteuerung bedeutet nicht nur, einen Sensor einzusparen. Sie steht für intelligente Regelungstechnologie, die elektrische Antriebssysteme einfacher, robuster und besser für reale Einsatzbedingungen geeignet macht. Mit dem Fortschreiten der Elektrifizierung benötigen batteriebetriebene Geräte Motorsteuerungen, die dynamische Lasten bewältigen, die Laufzeit optimieren und auch in anspruchsvollen Umgebungen eine stabile Leistung gewährleisten. Genau hier schafft VIPER einen Mehrwert. Die Plattform vereint sensorlose Regelung, hohe Effizienz, robuste Hardware und individuelle Anpassungsmöglichkeiten in einer einzigen Motorsteuerungslösung.
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